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St. Galler Waffenlauf 2006 vom 02. April 2006

Heute fand bei uns in St. Gallen der letzte St. Galler Waffenlauf statt.
Die Distanz: 18,8 km/300 m HD. Hört sich nicht so streng an, aber für mich war es eine ganz schön happige Angelegenheit.

Ich startete das erste Mal an einem Waffenlauf. So musste ich im Vorfeld mich erst mal schlau machen was es da alles braucht. Da ich kein Gewehr besitze konnte ich das bei einem Freund auslehnen. Das war mal schon ein grosses Teil der Ausrüstung. Jetzte musste ich mir noch einen Militärrucksack organisieren. Ab ins Zeughaus und schon war auch das Teil da. Ein erfahrener Waffenläufer-Lauffreund (Danke Erich Huber) half mir dann am Freitagabend bei der Packung erstellen. Das Ding musste ein Gewicht von 6.2 kg auf die Waage bringen. Irgendwie schon ein ganz happiges Teil. Dann musste das auch so verpackt werden, dass da nichts herum rutschen konnte. Auch das war bald geschafft.

Irgendwie war ich schon brutal nervös. War schon lange her wo ich das letzte Mal so nervös war vor einer Veranstaltung. In meinem mittelaltrigen Leichtsinn hab ich mich dazu entschlossen so was mal zu laufen.

Die Nacht war dann der Horror, ich schlief sehr schlecht, zumal in meiner Nachbarschaft ein Irrer wie von der Tarantel gestochen irgendwelche Schreie losliess und das um 24.30 Uhr. Um 6.00 Uhr ging dann der Wecker los. Endlich gings los. Ich packte alles zusammen, trank noch einen Halbliter Magnesium und Fitamine (Doping?;o)) ein Stück Zopf und dann gings raus. Ich holte meinen chinesischen Freund ab, der heute bereits den 13 Waffenlauf lief. Man stelle sich vor: Ein Chinese erklärt einem Schweizer wie das alles funktioniert! Ich sein bis dahin grosse Banause! Danke LU! Er ist übrigens der erste und einzige Chinese der Waffenläufe läuft. Stolz und auch ein wenig politisch bedacht, trägt er immer ein Schweizer Fähnchen im Lauf des Gewehres mit. So ganz nebenbei, da war doch schon mal die Geschichte mit dem Schwaben der dem Schweizer das Bundeshaus erklärt, wer war das wohl? ;o)

Nun gings ins Zeughaus. Dort fassten wir einen Tarnanzug, (damit wir nicht zu sehr auffallen?) Das Ding hatte ich jetzt 20 Jahre nicht mehr tragen müssen. Zum Glück war es ja nur 16 Grad, also Sauna war angesagt in diesem Anzug. Jetzt noch die Packung anpassen, dass da möglichst wenig rumrutscht. Das sollte sich dann auch als wichtigster Teil heraus stellen. Nun trafen wir noch unsere Lauffreunde Erich Huber der auch lief und Jimmi Merk, der Fotos von uns machte oder auf der Strecke dann uns tatkräftig anfeuerten. Ich war ja immer noch sowas von nervös und ich dachte schon, dass mich die Packung schon vor dem Start erdrücken werde. Mir ging immer wieder der eine Gedanke durch den Kopf: "Warum kann ein Mensch nur so doof sein frewillig so einen Lauf zu machen?"
Dann ausgerechnet ich der doch so was gegen das Militär ist. Naja, so schlimm ist es ja nicht. Die Leute sind da echt toll drauf und es herrscht eine sehr kameradschaftliche Stimmung. PS: Da laufen übrigens auch Frauen mit, zwar ohne Gewehr aber der Rest ist gleich. Was dieses Thema angeht, da möchte ich mich mal lieber nicht äussern. Aber schnell waren sie allemale.

10.00 Uhr:

Endlich der Startschrei ist gerufen! Auf zum letzten WL in St. Gallen. Schon nach wenigen Metern merkte ich, dass die Packung viel zu viel Spiel um die Schultern hatte. Krampfhaft versuchte ich das Problem wärend dem laufen zu lösen. Erst nach 2 KM hatte ich das dann so einigermassen im Griff. Ich hatte schon am Anfang ziemlich Mühe mit dem ganzen Zeug. Ich fragte mich doch schon wieder DIE FRAGE! Nichts da, jetzt sei mal keine Memme. Du hast Dich da gemeldet, also gib Gas. Gedacht getan, ich zog das Tempo an, zumal mir das doch sehr hüglige und strenge Gelände eigentlich lag. Ich holte Position um Position auf. Und ich wurde immer schneller. Ich kanns einfach nicht lassen. Jetzt hatte mich der Laufbazillus gepackt. Ich wurde vom Hasen zum Jäger! Einer nach dem anderen wurde geknackt. Die Sonne brannte, doch es ging zum Glück auch ein angenehmes Lüftchen. Ich war unterdessen patschnass! 2 Liter Wasser schwitze ich sicher raus. Doch ich hatte den Lauf unterschätzt. Es ging ständig rauf und runter und das nicht grad nur leicht. Der Schlussdrittel war dann ein Leidenskampf bei dem ich doch das Letzte geben musste. Ich wollte mich ja nicht plamieren. Die Kulisse mit den vielen Zuschauern und auch Lauffreunden auf der Strecke die gaben dir immer wieder Kraft um nochmals zu beissen. Das brauchte ich aber auch.
Endlich nach 18.7 km lief ich ins Ziel und war stolz, dass man sogar meinen Namen ausrief.
Die Zeit war für mich auch ganz respektabel. 1 Std. und 40 Min. und das nur eine Woche nach dem HM, ich war happy. Meine Vereinsleute gratulierten mir auch zu der tollen Leistung und ich war auch ein wenig stolz, das ich das gepackt habe.
Ob ich das nocheinmal machen werde, das weiss ich noch nicht. Wenn, dann höchstens die Königsdisziplin; der Waffenlauf-Marathon. Aber der ist ja dann erst im November. Bis dahin fliesst noch viel Wasser den Rhein runter.
Erich Huber lief eine fabelhafte Zeit von 1.27 und auch Lu war mit 1.34 sehr schnell gelaufen! Bravo den Beiden. Ein ganz grosses Dankeschönen den vielen LGW-lern die uns auf der Strecke anfeurten. Leider lief heute unser Ehrenmitglied Bruno Kuhn nicht mit, ich wäre zu gerne mit ihm zusammen gelaufen. Aber er war als Zuschauer da und feuerte uns an. Auch Jimmi ein grosses Dankeschön, der mit dem Velo auf der Piste war und div. Fotos machte. Die werden dann bald hier aufgeschaltet.

Fazit: Mann muss verrückt sein um sowas zu tun. Ich bin verrückt! Aber ein wenig verrückt sollte man doch sein, Leiden kann ja auch so was von schööön sein!
;o)

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